Fischfutteranlagen für den Mittelmeerraum

Die Entwicklung weg von der maritimen Fischerei, hin zur Aquakultur ist im Mittelmeerraum stark ansteigend. Insbesondere bei der Erzeugung von Meerbrassen wie Dorade (engl. Seabass) und Seebrasse (engl. Seabream) wird ein enormes Absatzwachstum in den letzten Jahren verzeichnet. Neben der Prozess- und Anlagenplanung für die gesamte Linie liefert Kahl eine enge Beratung hinsichtlich der Basisrezepturen und einzusetzenden Rohwaren sowie der intensiven Schulung des Bedienpersonals. Die Schulungsmaßnahmen werden theoretisch und praktisch im Kahl-Technikum in Reinbek/Deutschland sowie während der Inbetriebnahme der Anlage vor Ort durchgeführt. Die Fischfutteranlagen von Amandus Kahl sind mit der modernsten Prozesstechnologie ausgerüstet, dessen Herzstück das Extrusionsystem mit dem KAHL-Extruder OEE und dem Prozessleitsystem ESEP darstellt.

Im Produktionsablauf durchlaufen die Rohwaren die Prozessschritte der Verwiegung, Feinstvermahlung, Vermischung, Extrusion, Trocknung, Vakuum-Coating, Kühlung und Abpackung. Es können sinkende, langsam sinkende und schwimmende Produkte in verschiedenen Formen und Größen produziert werden.

Die auf die Anforderungen der Meerbrassen zugeschnittenen Rezepturen zeichnen sich durch einen geringen Stärke- und hohen Proteingehalt aus. Insbesondere im Bereich der Konditionierung und der Extrusion können mit Hilfe der Prozesstechnologie auf die Anforderungen der lokalen Rohwaren reagiert werden.

Diese Futtermischungen werden mit Hilfe einer speziellen zweistufigen Konditionierung entsprechend den unterschiedlichen Stärkebeschaffenheiten als Vorbereitung der Extrusion vorgekocht. Die Schlüsselmaschine bildet der Verweilkonditionierer Typ VK. Bei dieser Maschine ist die Verweilzeit des Futters, mit Hilfe einer speziellen Staugeometrie am Auslauf, stufenlos einstellbar zwischen 60 – 180 S. Die gewünschte Verweilzeit wird je nach Futterbeschaffenheit in der Rezeptur oder direkt an der Bedienoberfläche festgelegt. Eine Korrektur während des Betriebs sowie ein automatische Entleerung des Verweilkonditionierers beim Automatikstopp der Anlage ist möglich.

Die Formgebung und Einstellung der Pelletdichte erfolgt im Extruder Typ OEE. Dieser ist mit der für den Kahl-Extruder typischen hydraulisch verfahrbaren Matrize ausgestattet. Diese erlaubt es den Extruder mit offener Matrize anzufahren, was den kritischen Prozessstart und -stopp sehr einfach sowie abfallsparend gestaltet. Durch ein automatisches öffnen der Matrize, kann der Matrizenwechsel innerhalb von 120 S vollzogen werden. Das stellt, insbesondere bei der für die Fischfutterproduktion typischen Vielzahl an unterschiedlichen Pelletdurchmessern, einen besonderen Komfort dar. Gleichzeitig ergibt sich aus dem schnellen Matrizenwechsel eine hohe Anlagenverfügbarkeit bei geringer "down-time". Das Hydraulikaggregat der verfahrbaren Extrudermatrize ist mit einem Druckspeicher ausgestattet, der bei einem Stromausfall und schlagartigen Anlagenstopp die Matrize automatisch öffnet. Dadurch wird der Druckbereich vor der Matrize entlastet. Bei kurzen Stromunterbrechungen kann der Extruder ohne Demontage der Matrize wieder angefahren werden.

Vor dem Hintergrund der kontinuierlichen Qualitätsüberwachung des Fertigprodukts wird ein neues Softwaresystem zur Chargenrückverfolgung installiert. Dieses ermöglicht die Speicherung von mehr als 1.000 Rezepturen und eine Rückverfolgung der Produktionsdaten. Dadurch ergibt sich eine Art gläserne Produktion. Mit Hilfe der kontinuierlichen Chargenkennzeichnung in der Prozessdatenbank, kann jederzeit nachvollzogen werden, welche Produktionseinstellung zu welchem Zeitpunkt gewählt wurden. So kann bei Hinterlegung des Probenahmezeitpunkts exakt die Ergebnisse der nachfolgenden Laboruntersuchung online zugeordnet werden. Dies bildet die Grundlage für ein lückenloses Qualitätsmanagement.